2K-Kleber richtig verwenden: In diesem Blog zeigen wir, wie 2-Komponenten-Klebstoffe funktionieren und worauf es bei Mischungsverhältnis, Doppelkartusche, Klebermischer, Dosierpistole, Oberflächenvorbereitung, Klebstoffauftrag und Aushärtung ankommt.
2-Komponenten-Klebstoffe, kurz 2K-Kleber, werden eingesetzt, wenn Werkstoffe dauerhaft und belastbar miteinander verbunden werden sollen. Sie bestehen aus zwei getrennten Komponenten, die erst unmittelbar vor dem Klebstoffauftrag im vorgesehenen Mischungsverhältnis zusammengeführt werden.
In diesem Blog zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie einen 2K-Kleber richtig verwenden, wie Doppelkartusche, Klebermischer und Dosierpistole zusammenarbeiten und worauf es bei Mischungsverhältnis, Oberflächenvorbereitung, Klebstoffauftrag, Verarbeitungszeit, Fixierung und Aushärtung ankommt.
Ein 2K-Kleber besteht aus zwei Komponenten, die bis zur Verarbeitung getrennt voneinander bleiben. Erst wenn beide Komponenten zusammengeführt und miteinander vermischt werden, beginnt die chemische Reaktion, durch die der Klebstoff aushärtet.
Bei gebrauchsfertigen Doppelkartuschen befinden sich beide Komponenten in getrennten Kammern. Beim Betätigen der Dosierpistole werden sie gleichzeitig aus der Kartusche gefördert und anschließend durch einen passenden Klebermischer geführt. Im Mischer werden die Komponenten zuverlässig miteinander vermischt, bevor der Klebstoff aus der Spitze austritt.
Kurz erklärt: Die Doppelkartusche hält die beiden Komponenten bis zur Verarbeitung getrennt. Der Klebermischer übernimmt anschließend das gleichmäßige Vermischen unmittelbar vor dem Klebstoffauftrag.
Die getrennte Lagerung verhindert, dass die eigentliche Aushärtungsreaktion bereits innerhalb der Kartusche beginnt. Erst nach dem Vermischen steht der Klebstoff für eine begrenzte Verarbeitungszeit beziehungsweise Topfzeit zur Verfügung.
Bei einem Klebstoffsystem mit Doppelkartusche ist normalerweise kein manuelles Abmessen und Vermischen in einem zusätzlichen Behälter erforderlich. Die Kartusche ist für das vorgesehene Mischungsverhältnis ausgelegt. In Verbindung mit der passenden Dosierpistole werden beide Komponenten gleichzeitig gefördert und im Klebermischer miteinander vermischt.
Für die saubere Verarbeitung eines 2K-Klebers aus einer Doppelkartusche müssen mehrere Komponenten zusammenpassen. Entscheidend ist nicht nur der Klebstoff selbst, sondern auch das passende Zubehör für Dosierung und Auftrag.
Wichtig: Mischungsverhältnis, Doppelkartusche, Dosierpistole, Kolben und Klebermischer müssen aufeinander abgestimmt sein. Ein passendes Mischungsverhältnis allein bedeutet nicht automatisch, dass auch der Kartuschenanschluss oder der Klebermischer passt.
Das Mischungsverhältnis gibt an, in welchem Mengenverhältnis die beiden Komponenten eines 2K-Klebers zusammengeführt werden müssen. Je nach Klebstoffsystem können dafür beispielsweise Mischungsverhältnisse wie 1:1, 2:1, 4:1 oder 10:1 vorgesehen sein.
Bei einem Verhältnis von 1:1 werden beide Komponenten in gleicher Menge gefördert. Ein Verhältnis von 10:1 bedeutet dagegen, dass zehn Teile der ersten Komponente mit einem Teil der zweiten Komponente kombiniert werden.
Bei einer passenden Doppelkartusche wird das erforderliche Verhältnis durch die unterschiedlich dimensionierten Kartuschenkammern und die dazu passenden Kolben der Dosierpistole vorgegeben. Die Komponenten müssen deshalb nicht von Hand abgemessen werden.
Das Mischungsverhältnis des Klebstoffs ist nicht mit dem mechanischen Übersetzungsverhältnis einer Dosierpistole gleichzusetzen. Das Übersetzungsverhältnis beschreibt die Kraftübertragung beim Betätigen des Handhebels. Es sagt nicht aus, in welchem Verhältnis die beiden Klebstoffkomponenten gemischt werden.
Beispiel: Eine Dosierpistole kann ein mechanisches Übersetzungsverhältnis von 10:1 besitzen und trotzdem für Doppelkartuschen mit unterschiedlichen Mischungsverhältnissen eingesetzt werden, sofern Adapterplatte und Kolben entsprechend angepasst werden.
Eine Doppelkartusche besteht aus zwei getrennten Kammern. Dadurch bleiben die beiden Komponenten des Klebstoffs bis unmittelbar vor dem Auftrag voneinander getrennt.
Die Größe der einzelnen Kammern richtet sich nach dem vorgesehenen Mischungsverhältnis. Bei einem 1:1-System sind die Kammern entsprechend gleich dimensioniert. Bei einem 10:1-System ist eine Kammer deutlich größer als die andere.
Neben dem Mischungsverhältnis unterscheiden sich Doppelkartuschen auch in ihrer Bauform und im Anschluss für den Klebermischer. Deshalb kann ein Klebermischer trotz passendem Mischungsverhältnis ungeeignet sein, wenn der Anschluss nicht zur Kartusche passt.
In unserem Sortiment kommen beispielsweise Doppelkartuschen mit MAH-/MAQ-Bajonett sowie Kartuschen mit B-System-Anschluss zum Einsatz.
Wichtig: Vor der Verarbeitung immer Mischungsverhältnis und Anschlusssystem der Doppelkartusche prüfen.
Der Klebermischer, häufig auch als Mischdüse oder Statikmischer bezeichnet, führt die getrennten Komponenten zusammen und vermischt sie beim Auspressen. Im Inneren befinden sich feststehende Mischelemente, durch die das Material geführt und wiederholt miteinander vermischt wird. In diesem Blog verwenden wir entsprechend unserer Produktbezeichnungen überwiegend den Begriff Klebermischer.
Welcher Klebermischer benötigt wird, hängt vor allem vom Anschluss der Doppelkartusche und vom jeweiligen Mischungsverhältnis ab.
Doppelkartuschen mit MAH-/MAQ-Bajonett benötigen einen dafür vorgesehenen Klebermischer mit MAH-/MAQ-Bajonett. Dieses Anschlusssystem kann je nach Kartusche bei unterschiedlichen Mischungsverhältnissen verwendet werden.
Bei Doppelkartuschen mit B-System wird ein dafür vorgesehener Klebermischer benötigt. Unser MBQ-Klebermischer für das B-System besitzt getrennte Materialeinlässe. Die Komponenten treffen dadurch erst innerhalb des Klebermischers aufeinander.
Sobald die beiden Komponenten im Klebermischer miteinander vermischt werden, beginnt die Reaktion des Klebstoffs. Das im Mischer verbleibende Material reagiert und härtet anschließend aus.
Ein Klebermischer, in dem der vermischte Klebstoff bereits reagiert oder ausgehärtet ist, kann nicht erneut verwendet werden. Wird eine wiederverschließbare Kartusche zu einem späteren Zeitpunkt erneut verarbeitet, wird deshalb ein neuer Klebermischer eingesetzt.
Merke: Die Klebekartusche kann bei dafür vorgesehenen Systemen später weiterverwendet werden. Ein Klebermischer mit ausgehärtetem Klebstoff dagegen nicht.
Die Dosierpistole dient dazu, beide Komponenten gleichmäßig aus der Doppelkartusche zu fördern. Damit das funktioniert, müssen Adapterplatte und Kolben zur verwendeten Kartusche passen.
Unsere 2K-Dosierpistole für Doppelkartuschen bis 50 ml kann über unterschiedliche Adapterplatten und austauschbare Kolben auf verschiedene Kartuschenformen und Mischungsverhältnisse eingestellt werden.
| Adapterplatte | Kartuschenform / Verhältnis | Kolben |
|---|---|---|
| Gelb | Eckiger Flansch / 1:1 | 2 × Ø 13 mm |
| Blau | Runder Flansch / 2:1 | Ø 19 mm + Ø 13 mm |
| Rot | Runder Flansch / unter anderem 10:1 | Bei unseren 10:1-Systemen Ø 24 mm + Ø 7 mm |
Ziehen Sie das Vorschubgestänge vollständig zurück. Anschließend wird die Adapterplatte nach oben gezogen und nach vorne geklappt. Nun kann die Doppelkartusche eingesetzt und die Adapterplatte wieder zurückgeführt werden.
Wird eine andere Kartuschenform oder ein anderes Mischungsverhältnis verwendet, müssen gegebenenfalls Adapterplatte und Kolben gewechselt werden. Die Kolben müssen immer zu den beiden Kammern der eingesetzten Doppelkartusche passen.
Tipp: Für den Kolbenwechsel lässt sich das Vorschubgestänge vollständig nach vorne schieben. Die Kolben werden handfest montiert.
Eine zuverlässige Verklebung beginnt mit sauberen und für den verwendeten Klebstoff geeigneten Fügeteilen. Staub, Fett, Öl, Trennmittel und andere Verschmutzungen können die Haftung beeinträchtigen.
Die Oberflächen müssen vor dem Fügen sauber und trocken sein. Verwenden Sie zur Reinigung einen Reiniger, der für den jeweiligen Werkstoff und Klebstoff geeignet ist.
Das hängt vom verwendeten Klebstoffsystem ab. Bei bestimmten Klebstoffen sehen die Verarbeitungshinweise ein leichtes Anschleifen der Oberflächen vor. Bei anderen Systemen gelten andere Vorgaben zur Oberflächenvorbereitung oder zur Verwendung eines Primers.
Deshalb sollten immer die Verarbeitungshinweise des eingesetzten Klebstoffs beachtet werden.
Wichtig: Oberflächenvorbereitung, Ausrichtung der Fügeteile und benötigte Fixierhilfen sollten abgeschlossen sein, bevor beide Komponenten im Klebermischer zusammengeführt werden.
Bei der Verarbeitung eines 2K-Klebers aus einer Doppelkartusche ist eine klare Reihenfolge besonders wichtig. Sobald die beiden Komponenten miteinander vermischt werden, steht nur noch die jeweilige Verarbeitungszeit beziehungsweise Topfzeit zur Verfügung.
Prüfen Sie zunächst, welche Werkstoffe miteinander verbunden werden sollen und ob der ausgewählte 2K-Kleber für diese Materialkombination und die vorgesehene Anwendung geeignet ist.
Kontrollieren Sie das vorgesehene Mischungsverhältnis sowie Bauform und Anschluss der Doppelkartusche. Nur wenn Kartusche und Zubehör zusammenpassen, kann der Klebstoff korrekt dosiert und verarbeitet werden.
Setzen Sie die passende Adapterplatte und die zum Kartuschensystem gehörenden Kolben in die Dosierpistole ein. Prüfen Sie anschließend, ob alle Bauteile korrekt eingesetzt sind und sicher sitzen.
Reinigen und trocknen Sie die vorgesehenen Klebeflächen entsprechend den Vorgaben des Klebstoffs. Falls erforderlich, werden zusätzliche Schritte wie Anschleifen oder eine Primerbehandlung durchgeführt.
Ziehen Sie das Vorschubgestänge der Dosierpistole vollständig zurück und setzen Sie die Doppelkartusche ein. Anschließend wird die Adapterplatte wieder in ihre vorgesehene Position gebracht.
Entfernen Sie den vorgesehenen Verschluss der Doppelkartusche vorsichtig. Achten Sie darauf, dass die Kartusche dabei noch nicht unter Druck steht und kein Material unkontrolliert austritt.
Sofern es die Verarbeitungshinweise vorsehen, geben Sie eine kleine Menge beider Komponenten auf ein Teststück aus. Prüfen Sie dabei, ob beide Materialien frei und gleichmäßig aus der Kartusche austreten.
Montieren Sie einen neuen Klebermischer, der sowohl zum Anschluss der Doppelkartusche als auch zum vorgesehenen Mischungsverhältnis des eingesetzten 2K-Klebstoffs passt.
Geben Sie nach dem Aufsetzen des Klebermischers zunächst eine kleine Menge Klebstoff aus. Beachten Sie dabei die Verarbeitungshinweise des jeweiligen Klebstoffsystems und kontrollieren Sie den Materialaustritt.
Tragen Sie den vermischten Klebstoff gleichmäßig und in ausreichender Menge auf die vorgesehene Klebefläche auf. Beim Zusammenfügen sollen die vorgesehenen Bereiche vollständig benetzt werden.
Fügen Sie die vorbereiteten Bauteile innerhalb der angegebenen Verarbeitungszeit beziehungsweise Topfzeit zusammen. Richten Sie beide Fügeteile anschließend sorgfältig in der vorgesehenen Position aus.
Sichern Sie die zusammengefügten Bauteile zuverlässig gegen Verschieben oder Verrutschen. Die Fixierung bleibt bestehen, bis die angegebene Fixierzeit beziehungsweise Handfestigkeit des Klebstoffs erreicht ist.
Entfernen Sie überschüssigen Klebstoff möglichst vor dem vollständigen Aushärten von den angrenzenden Bereichen. Reagiertes beziehungsweise ausgehärtetes Material lässt sich später deutlich schwieriger entfernen.
Praxis-Tipp: Bereiten Sie Klebeflächen, Dosierpistole, Klebermischer und Fixierhilfen vollständig vor, bevor die beiden Komponenten miteinander vermischt werden.
Bei 2K-Klebstoffen werden verschiedene Zeitangaben verwendet. Welche Begriffe und Zeiten gelten, hängt vom jeweiligen Klebstoff ab.
Die Verarbeitungszeit bezeichnet den Zeitraum, in dem der gemischte Klebstoff verarbeitet werden kann. Innerhalb dieses Zeitfensters müssen Klebstoffauftrag und das Zusammenfügen beziehungsweise Positionieren der Bauteile erfolgen.
Bei anderen Klebstoffsystemen wird der Begriff Topfzeit verwendet. Er beschreibt den Zeitraum zwischen dem Kombinieren und Vermischen der Komponenten und dem Zeitpunkt, an dem der Kleber nicht mehr nutzbar ist.
Die Fixierzeit beschreibt den Zeitraum, in dem die Fügeteile nach dem Zusammenfügen unbewegt in ihrer vorgesehenen Position gehalten werden müssen. Einige technische Datenblätter verwenden dafür zusätzlich den Begriff Handfestigkeit.
Eine Verbindung kann bereits handfest sein, obwohl der Klebstoff seine endgültigen Eigenschaften noch nicht erreicht hat. Deshalb darf die Fixierzeit nicht automatisch mit der vollständigen Aushärtung oder Endfestigkeit gleichgesetzt werden.
Die angegebenen Verarbeitungs-, Fixier- und Aushärtezeiten gelten unter den im jeweiligen technischen Datenblatt genannten Bedingungen. Je nach Klebstoffsystem kann die Umgebungstemperatur die Reaktion und damit auch die Fixierzeit beeinflussen. Deshalb sollten die Zeitangaben immer zusammen mit den vorgegebenen Verarbeitungstemperaturen des verwendeten Klebstoffs betrachtet werden.
Wichtig: Verarbeitungs-, Fixier- und Aushärtezeiten sind produktspezifisch und können zusätzlich von Temperatur, Klebespalt und weiteren Verarbeitungsbedingungen beeinflusst werden.
Bei einer Klebeverbindung sollten die Bauteile nicht grundsätzlich mit möglichst hohem Druck vollständig aufeinandergepresst werden. Je nach Klebstoffsystem können Vorgaben zur Klebeschicht oder zum zulässigen Klebespalt bestehen.
Spaltfüllende 2K-Klebstoffe können innerhalb ihrer produktspezifischen Grenzen auch Unebenheiten oder Abstände zwischen den Fügeteilen ausgleichen.
Das Spaltfüllvermögen beziehungsweise die Spaltfüllung gibt an, innerhalb welchen Bereichs ein Klebstoff einen Abstand zwischen den Fügeteilen überbrücken kann.
Wichtig: Das zulässige Spaltfüllvermögen ist produktspezifisch. Angaben zur Klebeschichtdicke aus einzelnen Prüfverfahren dürfen nicht automatisch als allgemeiner Klebespalt übernommen werden.
Viele Doppelkartuschen müssen nicht während einer einzigen Anwendung vollständig verbraucht werden. Solange die beiden Komponenten innerhalb der Kartusche getrennt bleiben und das Klebstoffsystem ein Wiederverschließen vorsieht, kann verbliebenes Material später weiterverwendet werden.
Der verwendete Klebermischer wird nach Abschluss der Verarbeitung von der Kartusche entfernt. Befindet sich darin bereits vermischter Klebstoff, reagiert dieser und härtet anschließend aus.
Verschließen Sie die Doppelkartusche mit dem dafür vorgesehenen Verschluss und lagern Sie sie entsprechend den produktspezifischen Vorgaben.
Wird die Kartusche später erneut verwendet, wird ein neuer und zum Kartuschensystem passender Klebermischer montiert.
Merke: Eine wiederverschließbare Klebekartusche kann später weiterverwendet werden. Ein Klebermischer mit bereits reagiertem oder ausgehärtetem Klebstoff muss dagegen ersetzt werden.
Klebstoffreste lassen sich normalerweise leichter entfernen, solange der Klebstoff noch nicht vollständig ausgehärtet ist. Deshalb sollten Fügeteile und Werkzeuge bei Bedarf möglichst unmittelbar nach dem Klebstoffauftrag gereinigt werden.
Welcher Reiniger eingesetzt werden darf, hängt vom jeweiligen Klebstoff und Werkstoff ab. Aggressive oder ungeeignete Lösemittel können Kunststoffe angreifen oder den Aushärtungsprozess beeinträchtigen.
Ausgehärteter 2K-Klebstoff kann je nach System nur noch mechanisch entfernt werden.
Tipp: Beachten Sie zur Reinigung immer die Angaben des verwendeten Klebstoffs und prüfen Sie die Verträglichkeit des Reinigers mit dem Werkstoff.
Auch bei der Lagerung unterscheiden sich 2-Komponenten-Klebstoffe. Lagertemperatur und Lagerdauer können Einfluss auf die Haltbarkeit und spätere Verarbeitung haben.
Die Kartuschen sollten entsprechend den produktspezifischen Vorgaben verschlossen, vor ungeeigneten Temperaturen geschützt und innerhalb der angegebenen Haltbarkeit verarbeitet werden.
Wichtig: Für Lagertemperatur und Haltbarkeit sind immer die Angaben im technischen Datenblatt des verwendeten Klebstoffs maßgeblich.
Welcher 2K-Kleber verwendet wird, richtet sich vor allem nach den zu verbindenden Werkstoffen. Für unterschiedliche Kunststoffe und Materialkombinationen stehen entsprechend abgestimmte Klebstoffsysteme zur Verfügung.
Eine ausführliche Übersicht zur Klebstoffauswahl nach Kunststoff finden Sie in unserem Blog Welcher Kleber für Kunststoff?.
| Werkstoff / Anwendung | Beispiel aus unserem Sortiment | Mischungsverhältnis |
|---|---|---|
| Polyethylen, insbesondere PE-HD, PE500 und PE1000 | S-Polybond PEprofi | 10 Kleber : 1 Aktivator |
| Polypropylen, insbesondere PP-H und PP-C | S-Polybond PPprofi | 10 Kleber : 1 Aktivator |
| Geeignete thermoplastische Kunststoffe, Metalle und Verbundwerkstoffe mit kurzer Topfzeit | Plexus MA300™ | 1:1 |
| Geeignete thermoplastische Kunststoffe, Metalle und Verbundwerkstoffe mit längerer Topfzeit | Plexus MA310™ | 1:1 |
Neben der Materialeignung kann auch die zur Verfügung stehende Verarbeitungszeit für die Auswahl wichtig sein. Ein Klebstoff mit kurzer Topfzeit eignet sich beispielsweise für Anwendungen, bei denen die Fügeteile schnell zusammengefügt werden können. Bei größeren oder aufwendig auszurichtenden Bauteilen kann eine längere Topfzeit mehr Zeit für Positionierung und Fixierung bieten.
Als konkrete Beispiele besitzt Plexus MA300™ bei +23 °C eine Topfzeit von 3 bis 6 Minuten und eine Fixierzeit von 12 bis 15 Minuten. Bei Plexus MA310™ liegen diese Werte bei 15 bis 18 Minuten beziehungsweise 45 bis 55 Minuten.
PEprofi und PPprofi besitzen eine Verarbeitungszeit beziehungsweise offene Zeit von etwa 3 Minuten. Die Handfestigkeit beziehungsweise Fixierzeit liegt bei +25 °C bei etwa 90 bis 250 Minuten, die Endfestigkeit wird nach etwa 8 bis 24 Stunden erreicht.
2-Komponenten-Klebstoffe unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung. Vor der Anwendung müssen deshalb die aktuellen Sicherheitsdatenblätter der jeweiligen Komponenten gelesen und beachtet werden.
Wichtig: Die Angaben in diesem Blog ersetzen nicht die technischen Daten- und Sicherheitsdatenblätter des verwendeten Klebstoffs. Diese sind vor der Verarbeitung zu beachten.
Bei einem 2K-Kleber müssen nicht nur die beiden Komponenten des Klebstoffs zusammenpassen. Auch Doppelkartusche, Mischungsverhältnis, Dosierpistole, Adapterplatte, Kolben und Klebermischer müssen aufeinander abgestimmt sein.
Für eine zuverlässige Verklebung sollten die Klebeflächen vollständig vorbereitet sein, bevor der Klebstoff gemischt wird. Anschließend werden die Komponenten im passenden Verhältnis gefördert, im Klebermischer vermischt und innerhalb der vorgesehenen Verarbeitungszeit beziehungsweise Topfzeit aufgetragen.
Nach dem Zusammenfügen müssen die Fügeteile bis zum Erreichen der vorgesehenen Fixierzeit beziehungsweise Handfestigkeit unbewegt bleiben. Eine angebrochene, dafür vorgesehene Klebekartusche kann nach der Verarbeitung wieder verschlossen und später mit einem neuen Klebermischer weiterverwendet werden.
Welcher 2K-Kleber letztlich geeignet ist, hängt von Werkstoff, Anwendung und späterer Beanspruchung ab. Passende Klebstoffe, Klebermischer und Zubehör für die Verarbeitung finden Sie in unserem Onlineshop.
Ein 2K-Kleber besteht aus zwei getrennten Komponenten, die erst unmittelbar vor der Verarbeitung miteinander vermischt werden. Nach dem Vermischen beginnt die chemische Reaktion und damit die Aushärtung des Klebstoffs.
Eine Doppelkartusche besitzt zwei getrennte Kammern für die beiden Komponenten des Klebstoffs. Beim Betätigen der passenden Dosierpistole werden beide Komponenten gleichzeitig gefördert und anschließend im Klebermischer miteinander vermischt.
Bei einem 2K-Kleber in einer passenden Doppelkartusche müssen die Komponenten nicht von Hand abgemessen werden. Die Dosierung erfolgt über die Kartusche und die passenden Kolben der Dosierpistole. Anschließend werden beide Komponenten im Klebermischer vermischt.
Das Mischungsverhältnis gibt an, in welchem Mengenverhältnis die beiden Komponenten miteinander kombiniert werden. Bei 1:1 werden beide Komponenten in gleicher Menge gefördert. Bei 10:1 werden zehn Teile der ersten Komponente mit einem Teil der zweiten Komponente kombiniert.
Der Klebermischer muss zum Anschluss der Doppelkartusche und zum vorgesehenen Mischungsverhältnis passen. Das Mischungsverhältnis allein reicht für die Auswahl des richtigen Mischers nicht aus.
Ein Klebermischer, in dem der vermischte Klebstoff bereits reagiert oder ausgehärtet ist, kann nicht erneut verwendet werden. Wird eine wiederverschließbare Kartusche später weiterverwendet, wird ein neuer passender Klebermischer eingesetzt.
Die Verarbeitungszeit beschreibt das Zeitfenster, in dem der gemischte Klebstoff verarbeitet werden kann. Die Fixierzeit beschreibt dagegen den Zeitraum, in dem die bereits zusammengefügten Bauteile unbewegt gehalten werden müssen.
Bei 2K-Klebern wird technisch von Aushärtung gesprochen. Wie lange der Klebstoff bis zur vollständigen Aushärtung beziehungsweise Endfestigkeit benötigt, hängt vom jeweiligen Klebstoffsystem und den Verarbeitungsbedingungen ab. Die Fixierzeit darf dabei nicht mit der vollständigen Aushärtung gleichgesetzt werden.
Wenn das verwendete Klebstoffsystem ein Wiederverschließen vorsieht, kann die Doppelkartusche nach der Verarbeitung wieder verschlossen und später weiterverwendet werden. Für die nächste Anwendung wird ein neuer Klebermischer benötigt.
Für niederenergetische Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen sollten speziell dafür entwickelte Klebstoffsysteme verwendet werden. In unserem Sortiment stehen dafür S-Polybond PEprofi für Polyethylen und S-Polybond PPprofi für Polypropylen zur Verfügung.